Filmarchiv hans bach Lichtspiele

Paris, Texas

Paris, Texas


30.März 2008, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Wim Wenders
Kamera: Robby Müller
Schnitt: Peter Przygodda
Mit: Harry Dean Stanton, Sam Berry, Bernhard Wicki, Dean Stockwell, Aurore Clément, ..

 

Ein Mann kommt aus der texanischen Wüste, halb verdurstet und zu Tode erschöpft. Erst ist man der Meinung, er sei ein Verbrecher auf der Flucht, aber es ist nicht die Polizei, vor der Trevis flieht. Trevis (Harry Dean Stanton) hat sein Gedächtnis verloren. Den Mann, der behauptet, sein Bruder Walt zu sein, erkennt er nicht. Den Jungen, den Walt und seine Frau adoptiert haben ist angeblich sein Sohn Hunter. Eine Reise durch Texas wird zur Reise in Trevis Vergangenheit.

Wie in einem Puzzlespiel fügt sich Stück um Stück zusammen. In einer Peepshow steht Trevis schließlich seiner Frau Jane (Nastassja Kinski) gegenüber, von ihr getrennt durch eine halbverspiegelte Glasscheibe.

 

http://www.imdb.com/title/tt0087884/

Verleih: Einhorn Film

 

 

Control

Control


20.April 2008, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Anton Corbijn
Kamera: Martin Ruhe
Schnitt: Andrew Hulme
Mit: Samantha Morton,Sam Riley, Alexandra Maria Lara, Peter Hook, Toby Kebbell, Craig Parkinson, ..

 

Anton Corbijns Porträt der New Wave-Legende Ian Curtis von Joy Division war als Liebhaberprojekt geplant - und geriet zu einer furiosen Film-Hymne auf eine der wichtigsten Epochen der Popmusik.

Es ist unglaublich, wieviel Musik man in Schwarz und Weiß packen kann. Der holländische Fotograf Anton Corbijn hat mit seinen charakteristischen hartkontrastigen Fotos die visuelle Ästhetik einer ganzen Pop-Epoche wesentlich mitbestimmt - das Bild, das die Welt z. B. von U2 oder Depeche Mode hat, hat Corbijn mit seiner Kamera geschaffen. Und auch das wahrscheinlich berühmteste Joy-Division-Foto, ein harter SW-Schuss in einem U-Bahn-Abgang, kommt von Corbijn.

Nachdem er schon mit großer Wirkung einige Musikvideos (für u. a. U2, Depeche Mode, R.E.M. oder Coldplay) abgedreht hatte, stieß er auf die Idee, die Erinnerungen von Debbie Curtis, der Witwe des charismatischen, im Alter von nur 23 Jahren verstorbenen Sängers der bahnbrechenden New-Wave-Band The Joy Division zu verfilmen.

Control ist kein Musikfilm, und auch keine Dokumentation. Corbijn nahm es auf sich, die Geschichte einer großen Band (und vor allem die ihres legendenumwobenen Sängers Ian Curtis) als reinen Spielfilm zu inszenieren - ein Unterfangen, das gnadenlos hätte schief gehen können, in diesem Falle aber geradezu magisch stimmig ist. Control ist ein kraftvoller Film, angenehm weit entfernt von jeder weiteren Mystifizierung, aber tief durchzogen von diesem speziellen Spirit, der Nordengland eben zu einem ganz besonders charmanten Fleckchen Erde macht. Und ein wahrhaftiges Porträt einer einzigartigen Ära, als die Popmusik endgültig ihre Unschuld verlor, als der Rock 'n' Roll nach seinem unrühmlichen Tod in den Seventies als kohlschwarzer Phönix aus Elvis' Asche stieg.

Sam Riley, der bereits in Michael Winterbottoms 24 Hour Party People als Darsteller des Mark E. Smith von The Fall glänzte, überzeugt als getriebenes Genie Ian Curtis, das mit seiner Band Song-Großtaten wie Love Will Tear Us Apart oder She’s Lost Control schuf, es irgendwann aber nicht mehr schaffte, seine ganze Seelenpein über die Musik zu kanalisieren. Die immer wundervolle Samantha Morton spielt seinen Lebensmenschen Debbie, und als seine Geliebte Annik ist Deutschlands neues Superfräulein Alexandra Maria Lara zu sehen. Control umspannt die bewegte Bandgeschichte (und auch Geburtsstunde der Popmusik-Metropole Manchester), von Ian Curtis' privaten Anfängen vor dem Badezimmerspiegel über die ersten Auftritte mit der Band als Vorgruppe der Sex Pistols, den ersten großen Plattenvertrag, Curtis' heftigen Kampf mit privaten und schweren gesundheitlichen Problemen bis hin zum Selbstmord in seiner eigenen Küche.

Und das alles in Schwarzweiß. "Viele Menschen glauben, dass ich meine Fotos nur in Schwarzweiß aufnehme - das stimmt überhaupt nicht. Aber meine Erinnerung an Joy Division ist in hohem Maße Schwarzweiß. Das liegt sicherlich daran, dass Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre die relevanten Musikmagazine in Schwarzweiß gedruckt wurden. Eine Band musste schon einen großen Hit gelandet haben, um mit einem Farbfoto bedacht zu werden. Joy Division hatten damals keine Hits. Und sie kleideten sich ausschließlich in Grautönen. Ich fand, dass das die richtige Art und Weise war, an Joy Division zu denken."

Text: Kurt Zechner, www.skip.at

 

http://www.imdb.com/title/tt0421082/

Verleih: Polyfilm

 

 

   

Factotum

Factotum


18.Mai 2008, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Bent Hamer
Kamera: John Christian Rosenl
Schnitt: Pål Gengenbach
Mit: Matt Dillon, Lili Taylor, Marisa Tomei, Fisher Stevens, Didier Flamand, Adrienne Shelly, Karen Young, ..

 

Sexsymbol als Schnapsdrossel. Matt Dillon spielt den amerikanischen Gossenpoeten Charles Bukowski. Ein ausgefranster Film über die Freuden der Frauen und des Fusels.

Original Barfly. Wer in Hollywood auf sich hält, pflegt seinen Schnaps anonym zu genießen. Deshalb gibt es im Mekka der Filmindustrie bis zum heutigen nur sehr wenige Berühmtheiten, die sich ebenso ungeschminkt wie öffentlich zu ihren Süchten bekennen. Charles Bukowski (1920 - 1994) war einer davon. Das Wichtigste im Leben, hatte der Schriftsteller mit dem legendär hässlichen Gesicht anlässlich seines Siebzigers erklärt, sei Sex - aber gleich danach komme ein Drink.

Mindestens 5000 Frauen will er gevögelt haben, "alle aus rein wissenschaftlichem Interesse", und die unzähligen Rotweinflaschen, die beim Verfassen von rund sechzig Büchern halfen, sind ohnehin Legende. Bukowskis Texte erzählen von Menschen, die ihr Leben täglich aufs Neue verlieren und deshalb schon längst vergessen haben, dass ihr amerikanischer Alptraum vor langer Zeit einmal ein echter Traum gewesen ist. Am Besten hat der Mann über sich selbst geschrieben. Siehe Factotum. Hauptsache der Whiskey wird nicht warm gequasselt. Henri Chinaski taumelt von einem Gelegenheitsjob zum anderen, getrieben von der Sucht nach Sex und Schnaps und dem Bedürfnis, Bücher über sein verpfuschtes Leben zu schreiben, die kein Lektor lesen und kein Verlag veröffentlichen will.

Im skurril komischen, entspannend unterhaltsamen und ungemein charmant verschlampten Künstlerporträt des norwegischen Cineasten-Lieblings Bent Hamer (Kitchen Stories) spielt Matt Dillon das Alter Ego des amerikanischen Kultautors und Gossenpoeten Charles Bukowski. Ein Sexsymbol als Säuferpapst? Klingt ungewöhnlich, geht aber im Kino so glatt durch die Kehle wie der erste Schluck Bier nach einem langen, heißen Sommertag.

Peter Krobath, www.skip.at

 

http://www.imdb.com/title/tt0417658/

Verleih: Filmladen

 

 

   

Manhatten (Annie Hall)

Manhatten (Annie Hall)


7.September 2008, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Woody Allen
Kamera: Gordon Willis
Schnitt: Susan E. Morse
Mit: Woody Allen, Diane Keaton, Michael Murphy, Mariel Hemingway, Meryl Streep, ..

 

Woody Allen siedelt seine Geschichte in "Manhattan", im Beziehungsdschungel neurotischer New Yorker Intellektueller an: Isaac, ein Gagschreiber für TV-Shows, ist weder mit seinem Beruf noch mit seinem Privatleben zufrieden. Zwei gescheiterte Ehen hat er schon hinter sich und auch seine Beziehung zu der 17-jährigen Tracy ist problematisch. Und dann verliebt er sich auch noch in Mary, die Geliebte seines besten Freundes. Zu diesem Tohuwabohu kommt noch, dass Isaacs Ex-Frau ein enthüllendes Buch über ihre gemeinsame Ehe veröffentlicht.

"New York war seine Stadt und würde es auch immer sein" heißt es im Prolog des Filmes über Isaac und zugleich auch über Woody Allen, Schöpfer und Darsteller dieser Figur. Mit Isaac wandelt der Zuschauer im Central Park, besucht die Kunstmuseen und das Künstlerlokal "Elaine's". Deutlich wird aber auch, wie verloren das Individuum in dieser Metropole ist, in den Totalen, in denen die Figuren an die äußersten Bildränder gedrängt werden und häufig kaum noch zu erkennen sind. Ein nostalgischer Film mit amüsanten ironischen Seitenhieben auf Intellektuelle, musikalisch unterlegt mit der "Rhapsody in Blue" von George Gershwin.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Manhattan_(Film)

 

http://www.imdb.com/title/tt0079522/

Verleih: ABC Film

 

   

No country for old men

No country for old men


21.September 2008, 20:30 Uhr
CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Ethan Coen, Joel Coen
Kamera: Roger Deakins
Schnitt: Ethan Coen, Joel Coen
Mit: Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald, ..


Ein Koffer voller Dollars und viele Leichen unter der texanischen Wüstensonne – ein Drogendeal ist schiefgelaufen. Dazu ein stiller Killer mit umso schrillerer Frisur, der keinen Spaß versteht. Willkommen zurück im Land der Coen-Brüder!

Knallhart und knochentrocken. Der Humor der Brüder Joel und Ethan Coen ist so staubig wie der Wüstensand im texanisch-mexikanischen Grenzgebiet  – auch wenn der oft vor Blut trieft. Genau dort landet Llewelyn Moss (Josh Brolin), eigentlich ein ganz normaler Typ. Doch als er in einem von Leichen umringten Pick-up einen Koffer mit 2,4 Millionen Dollar in Cash neben viel zu viel Heroin findet, sieht er darin die Gelegenheit für sich und seine ahnungslose Frau Carla Jean (Kelly Macdonald), zu Glück und Reichtum zu kommen. Kurz später ist ihm jedoch ein mysteriöser Auftrags-Killer auf den Fersen, dessen Prinzipien weit über Geld und Drogen hinausgehen. Bewaffnet mit einer Pressluft-Schlachtschussapparat, am Kopf einen Häferl-Schnitt aus der Hölle und ansonsten völlig humorlos, folgt Anton Chigurh (Javier Bardem) dem Sender, der ohne Llewelyns Wissen im Geldkoffer versteckt ist, und zieht eine Blutspur quer durch Texas. Der desillusionierte Sheriff Bell (Tommy Lee Jones) erkennt am Schauplatz des Verbrechens, womit er es zu tun hat und versucht, Llewelyn vor der unausweichlichen Hinrichtung durch den psychopatischen Killer zu bewahren. Ob in der Gluthitze der Wüste oder in einsamen Motels mit staubigen Lüftungsschächten noch Rettung wartet?

Text: Julia Pühringer, www. skip.at

http://www.imdb.com/title/tt0477348/

Verleih: UIP

   

Zugvögel - einmal nach Inari

Zugvögel - einmal nach Inari


2.November 2008, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Peter Lichtefeld
Kamera: Frank Griebe
Schnitt: Bernd Euscher
Mit: Joachim Król, Outi Mäenpää, Peter Lohmeyer, Jochen Nickel, Antje Schmidt, ..

Der schüchterne Dortmunder Bierfahrer Hannes (Joachim Król) ist Hobbyfahrplanexperte, der die schnellsten Zugverbindungen wie aus dem Effeff auswendig kennt. Er möchte sich einen Traum erfüllen und am 1. Internationalen Wettbewerb für Kursbuchspezialisten im nordfinnischen Inari teilnehmen. Als sein Chef ihm den beantragten Sonderurlaub verweigert, schlägt er ihn nieder und macht sich auf den Weg. Auf der Zugreise begegnet Hannes der Finnin Sirpa (Outi Mäenpää), in die er sich verliebt. Nachdem Hannes' Chef tot aufgefunden wurde, sucht ihn Kommissar Fanck (Peter Lohmeyer) inzwischen als Mordverdächtigen. Als der Tagträumer auch noch in die Machenschaften eines Geldfälscherrings verwickelt wird, kann er sich seiner Verhaftung nur durch Flucht und Zufall entziehen, bis er schließlich in Inari ankommt. Dorthin sind ihm Sirpa, aber auch Kommissar Fanck, der sich von der Kursbuchleidenschaft hat anstecken lassen, nachgereist - doch die Lösung der Preisrätselaufgabe beim Fahrplanwettbewerb nimmt eine überraschende Wendung...Peter Lichtefelds Kinodebüt ist ein Railroadmovie, in dem Liebesgeschichte und Kriminalkomödie zu einem romantischen Märchen über Fortbewegung und Zeit werden. Der lakonischen Erzählweise dienen knappe Einstellungen, oft als Zwischenschnitt, mit feststehender Kamera aufgenommen. Wie im Traum reisen wir mit dem Träumer ans Ende der Welt, um dem Beschleunigungswahn unserer Zeit das Recht auf Langsamkeit und Besinnung entgegenzuhalten. Nicht der schnellste Weg führt unbedingt zum Erreichen des Ziels, sondern Umwege und unvorhersehbarer Aufenthalt, Verspätungen und ungeahnte Hindernisse ermöglichen Begegnungen der Liebe und Wahrnehmungen landschaftlicher Schönheit. Zugvögel haben ihre eigene Zeit: Sie lassen sich weder hetzen noch zum Bleiben zwingen.

 

aus: http://www.gep.de/filmdesmonats/archiv_361_3935.php

http://www.imdb.com/title/tt0129659/

Verleih: Filmladen

 

   

Fleisch ist mein Gemüse

Fleisch ist mein Gemüse


2.November 2008, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Christian Görlitz
Kamera: Andreas Höfer
Schnitt: Klaus Dudenhöfer
Mit: Heinz Strunk, Maxim Mehmet, Andreas Schmidt, Oliver Bröcker, Jona Mues, Martin Brauer, ..

 

Den ganzen Abend "Ein bisschen Spass muss sein". Was geht eigentlich in einem Musiker vor, der das jedes Wochenende herunterdudeln muss - auf Schützenfesten, Faschingsfeiern und Hochzeiten. Heinz Strunk hat das zwölf Jahre lang durchgemacht als Saxophonspieler. Darüber hat er ein Erinnerungsbuch geschrieben aus dem Schattenreich der Tanzmusik.

"Es geht darum, dass Tanzmusiker mit den angenehmen Seiten des Rock'n'Roll nichts zu tun haben", stellt Autor Strunk klar. "Und es geht auch nicht um Karriere, nicht um visionäre künstlerische Ideen, es geht im allgemeinen gar nicht um Kunst. Es geht noch nicht einmal besonders viel um Musik, sondern die meisten Tanzmusiker sind sogar eher unmusikalisch, interessieren sich auch nicht für Musik. Musik ist rein Mittel zum Zweck, um Geld zu verdienen. Es ist ein Dienstleistungsgewerbe."

 

aus: http://www.einhorn-film.at/filme_efg/fleisch_ist_mein_gemuese.htm

http://www.imdb.com/title/tt1112828/

Verleih: Einhorn Film

 

   

Burn after reading

Burn after reading


6.Januar 2009, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €



Regie: Ethan & Joel Coen
Kamera: Emmanuel Lubezki
Schnitt: Ethan & Joel Coen (als Roderick Jaynes)
Mit: George Clooney, Frances McDormand, John Malkovich, Tilda Swinton, Brad Pitt, ..

 

Schön, dass manche genialen Einfälle der Filmgeschichte einfach nicht totzukriegen sind. Alfred Hitchcocks MacGuffin etwa, ein handlungsauslösender Gegenstand, von dem man meist wenig bis gar nichts erfährt, erfreut sich auch nach vielen Jahrzehnten großer Beliebtheit. Als wahre Meister des MacGuffin erweisen sich wieder einmal Joel und Ethan Coen in ihrem neuen Film Burn after Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? / Burn after Reading, bei dem sie ausgehend vom Fund einer CD-ROM mit angeblichem Geheimmaterial die Handlung immer weiter ins Absurde treiben – zum Vergnügen der Zuschauer.

Joachim Kurz/ http://www.kino-zeit.de/filme/artikel/9705_burn-after-reading.html

 

Und was lernen wir aus dem Ganzen?“ seufzt der CIA-Abteilungleiter (J.K. Simmons), als er die Akte zuklappt. „Dass wir sowas nie wieder tun werden." - "Wenn ich nur wüsste, was verdammt wir eigentlich gemacht haben!" Tja, da steht sie nun, die Geheimdienst-Elite, die ja bekanntlich mittels Hightech-Gadgets, top ausgebildeten Superagenten und einem engmaschigen Netz aus purer Information das Geschick der ganzen Welt in ihren gschickten, aber skrupellosen Händen hält. Glaubt man. Doch in Wirklichkeit sind alle vertrackten Geheimdienstpläne der Welt nur Finkenfürze gegen das, was sich in den Abgründen der menschlichen Seele zusammenbraut.

 

Oder im Herzen einer Frau, die ein ganz klares Ziel vor Augen hat. Linda Litzke (Frances McDormand), Angestellte mittleren Alters in einem Fitnesscenter in mittlerer Lage, hat die Ursache all ihrer Probleme lokalisiert: Ihr Po ist zu groß. Doch die heiß ersehnte Schönheitsoperation kann sich Linda nicht leisten.

 

Katie Cox (Tilda Swinton) dagegen bemüht sich gerade, ihre bessere Hälfte wieder loszuwerden. Sie hält ihren Ehemann Osbourne (John Malkovich) für einen erbärmlichen Loser, erst recht, seit er seinen Job beim Secret Service verloren hat. Liebhaber Harry Pfarrer (George Clooney), ebenfalls verheiratet, ist von ihrer fordernden Art verunsichert, aber es gibt immer reichlich Sex, deshalb beschwert er sich nicht ernstlich.

Osbourne kriegt davon nicht viel mit, denn er arbeitet verbissen an seinen Memoiren – lauter brisante Details aus seiner CIA-Karriere. Und genau diese Memoiren landen schließlich durch eine verhängnisvolle Kette menschlicher Fehlleistungen ausgerechnet beim Lindas liebenswürdig-dümmlichen Kollegen Chad Feldheimer (genial: Brad Pitt als dauerkaugummikauender Fitnessfreak). Und weil der schon sehr viele schlechte Filme gesehen hat, wird ihm natürlich gleich klar, was zu tun ist: Den CIA erpressen! Für ganz viel Geld!

 

Viel Geld? Spätestens jetzt ist auch Linda mit von der Partie, sie braucht die Kohle doch unbedingt für ihre Po-OP. Und unverdrossen setzen die beiden nun eine Folge von Ereignissen in Gang, im Laufe derer Linda in Harrys Schlafzimmer landet, Chad in Katies Kleiderschrank, Osbourne in der Bredouille und der gesamte CIA in völliger Verwirrung.

 

Text: Gini Brenner/www.skip.at

 

http://www.imdb.com/title/tt0887883/

Verleih: Tobis Film

 

   

Mystery Train

Mystery Train


19.April 2009, 20:30 Uhr
CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Jim Jarmusch
Kamera: Robby Müller
Schnitt: Melody London
Mit: Steve Buscemi, Tom Waits, Masatoshi Nagase, Nicoletta Braschi, Joe Strummer, Sara Driver, ..

Wer war der wahre Rocker? Elvis oder Carl Perkins? Für die meisten Menschen eine banale Frage; jedoch nicht im Universum jenes phantastischen „Memphis, Tennesse“, das Jarmuschs erster Farbfilm in drei lakonischen Episoden, in einem Hotel voll Fremder entwirft: John Lurie spielt, Joe Strummer agiert, der Portier sieht verdammt aus wie Screaming Jay Hawkins – and, by the way: Elvis has not left the building ... (Michael Loebenstein)

Verleih: Stadtkino
   

Gesprengte Ketten (The Great Escape)

Gesprengte Ketten (The Great Escape)


17.Mai 2009, 20:30 Uhr
CafeBarKino Tritsch Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: John Sturges
Kamera: Daniel L. Fapp
Schnitt: Ferris Webster
Mit: Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough, James Donald, Charles Bronson, ..

 

Eine Gruppe alliierter Kriegsgefangener – vorwiegend Offiziere der Luftstreitkräfte, die wiederholt Ausbruchsversuche unternommen hatten – wird 1944 in ein neues und als besonders ausbruchssicher geltendes Lager in Süddeutschland verfrachtet. Kaum angekommen, versuchen sich die „Profis“ bereits wieder in neuen Fluchtversuchen, die jedoch alle misslingen. So beschließen Amerikaner und Briten zusammen und unter Führung von Roger Bartlett, genannt Big X, eine groß angelegte Flucht durch selbstgegrabene Tunnel. Insgesamt werden drei Tunnel gegraben – für den Fall, dass einer entdeckt werden sollte. In der Tat wird einer der drei angelegten Tunnel („Tom“) durch Zufall bei einer Barackendurchsuchung am Unabhängigkeitstag von der Lagerleitung entdeckt. Die Gefangenen planen daher nach Fertigstellung gefälschter Dokumente sowie ziviler Kleidung die Flucht durch den zweiten Tunnel. Dieser erweist sich jedoch als zu kurz, so dass die Flüchtlinge etwa sieben Meter über eine vom Wachturm beleuchtete Wiesenfläche fliehen müssen. So wird der Ausbruch, als er bereits in vollem Gange ist, von den Wärtern bemerkt. Es gelingt nur 76 von 250 zum Ausbruch bereitstehenden Leuten die Flucht aus dem Kriegsgefangenenlager. Danach zeigt der Film in kurzen Sequenzen die Flucht der Freigekommenen durch halb Europa. Sie endet jedoch nur für drei der Flüchtigen erfolgreich. Viele der Wiedergefangenen werden von der Gestapo aufgrund ihrer gefälschten Papiere und anderer Unstimmigkeiten aufgegriffen. 50 Flüchtlinge werden durch Maschinengewehrfeuer massakriert. Nur wenige Ausbrecher finden sich im Lager wieder ein.

(aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Gesprengte_Ketten)

 

http://www.imdb.com/title/tt0057115/

Verleih: ABC Film

 

 

   

Brügge sehen... und sterben?

Brügge sehen... und sterben?


1.Februar 2009, 20:30 Uhr
CafeBarKino Tritsch Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €


Regie: Martin McDonagh
Kamera: Eigil Bryld
Schnitt: Jon Gregory
Mit: Colin Farrell, Brendan Gleeson, Ralph Fiennes, Clémence Poésy, ..


Zwei britische Profikiller hängen nach einem Auftrag, bei dem Einiges schief lief, im belgischen Brügge herum. - Getragen von exzellenten Darstellern und mit dem malerischen mittelalterlichen Stadtbild als Hintergrund entwickelt Martin McDonagh eine präzis konstruierte und genau getimte Mischung aus schwarzer Komödie und existentialistischem Drama.

Viel ist im Grunde schon vorüber, wenn das Spielfilmdebüt des Theaterautors Martin McDonagh, der schon für seinen Kurzfilm «Six Shooter» mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, einsetzt. Abgeschoben hat der Auftraggeber Harry den hageren Ray (Colin Farrell) und den schwergewichtigen Ken (Brendan Gleeson) von London ins vorweihnachtliche Brügge. Was genau beim letzten Auftrag schief gelaufen ist und warum Ray so depressiv ist, erfährt man erst später in einer Rückblende. Nun sitzen der jüngere Ray, für den es der erste Auftrag war, und der erfahrene Ken, der seinem Kollegen diesen Job vermittelt hat, jedenfalls in Brügge.

Aus dem Gegensatz der beiden von Brendan Gleeson und Colin Farrell hinreißend gespielten Killer und aus dem Ambiente der mittelalterlichen Stadt entwickelt «Brügge sehen ... und sterben?» einerseits seinen bösen Witz andererseits seine melancholische Stimmung. Während Ken lustvoll mit Reiseführer auf Erkundungstour geht und Grachten, gotische Kirchen, verwinkelte Gassen und die düsteren Bilder von Hieronymus Bosch besichtigt, hängt Ray nur missmutig im Hotelzimmer herum.

So wird dieses «Venedig des Nordens», ohne dass seine noch nicht bis zum Überdruss als Filmkulissen verwendeten Sehenswürdigkeiten selbstzweckhaft ausgestellt würden, zum dritten Hauptdarsteller und wie schon der fehlgeschlagene Anschlag für das erste Movens des Films sorgte, bringt nun das mittelalterliche Stadtbild, bei dem Strafen im Jenseits mit Bildern vom Jüngsten Gericht, Fegefeuer und Höllenvisionen fast omnipräsent sind, Bewegung in die Figuren und somit auch in die Geschichte. Schuldgefühle löst dieses Morbidität und Vanitas ausstrahlende Ambiente nämlich bei den beiden im Grunde gar nicht so hart gesottenen Killern aus.

Auch die Bekanntschaft mit einer jungen Belgierin bringt Ray nicht von den Suizidgedanken ab, die immer stärker in den Vordergrund drängen. Und bei Ken machen sich langsam fürsorgliche Gefühle für seinen Partner breit. - Aus dem Ruder laufen so die Dinge für den Auftraggeber, den Ralph Fiennes lustvoll als Parodie britischer Filmgangster anlegt. Und nach einem Tobsuchtsanfall an der Themse reist auch er über den Kanal, um die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Doch am Ende führt McDonagh in seinem perfekt konstruierten und sicher zwischen schwarzer, politisch unkorrekter Komödie, beiläufiger Reflexion über Schuld und Strafe und Memento-mori-Gedanken balancierenden Debüt doch gekonnt alle Figuren zusammen, spielt gleichzeitig auch noch metafilmisch mit dem Genre, indem er auf Nicholas Roegs in Venedig spielenden Klassiker «Don´t Look Now – Wenn die Gondeln Trauer tragen» verweist oder explizit erklärt, dass jetzt der Showdown folgen muss. Bei diesem wird «Brügge sehen ... und sterben?» auf dem Glockenturm und dem gepflasterten Marktplatz zu Weihnachtsmusik in ein ebenso blutiges wie furioses Finale münden. - Vielleicht ist ja gar nicht der Tod die größte Strafe, sondern vielleicht wäre es eine viel größere Strafe Jahre lang in dieser langweiligen belgischen Stadt – quasi einem Fegefeuer auf Erden – leben zu müssen.

 

Walter Gasperi, siehe Kultur Online


http://www.imdb.com/title/tt0780536/

Verleih: Tobis Film

 

 

   

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