Hasch mich, ich bin der Mörder

Sonntag, 8. Jänner 2017, 20:00 Uhr 
Jöslar Andelsbuch (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Antoine Brisebard ist Bühnenautor und probt seine Stücke hin und wieder mal mit seinem Anwalt und Freund Adrien.
Dass eine ganz spezielle Probe, in der ein Mann niedergeschossen wird, Brisebard zu einem echten Mord verhilft, kann bisher niemand wissen.Brisebard wird nämlich von Jo, einem skrupellosen Gangster, erpresst. Als dieser eines nachts auftaucht, erschießt ihn Brisebard. Wohin aber mit der Leiche?

 

 

FRA, 1971, 85 Min

Darsteller: Louis de Funès, Claude Gensac, Michel Galabru

Regie: Jean Girault

FSK 12

 

 

hb causerie 1113

Es herrscht Verwirrung, Chaos, Anarchie. Ein fürchterliches Durcheinander! Was sollen wir nur mit diesen Unmengen an Daten anfangen? Diese Frage stellen sich nicht nur Normalsterbliche, die ihre liebe Not mit überbordendem Emailverkehr und Massen sinnloser Dateien haben, sondern noch viel mehr die armen Kollegen vom NSA und anderen sehr geheimen Diensten.

Denn, meine lieben Leser, euer Emailverkehr ist auch deren Emailverkehr!

Also nehmt doch bitte ein wenig Rücksicht auf eure anonymen Überwacher und haltet euch mit dämlichen Witzen und sinnlosen Kommentaren auf der digitalen Autobahn zurück, die armen Jungs vom NSA kommen einfach nicht mehr nach! Die machen doch auch nur ihren Job.

Folgende Fauxpaus bitte grundsätzlich meiden: Unklarheit im Ausdruck, Rechtschreibfehler, Wiederholungen und vor allem diesen unmöglichen bregenzerwälder Dialekt! Der ist nämlich schlimmer als jedes Verschlüsselungsprogramm. Wie soll ein kleiner Geheimdienstler in Wien, London oder Übersee dieses Kauderwelsch jemals verstehen?

Deshalb ist Disziplin gefragt. Der vorbildliche Überwachte schreibt reinstes Deutsch oder erstklassiges Englisch, kommuniziert klar und deutlich und macht keine Insiderwitze. Seine eigene Identität legt er genauso wie die seiner Konversationspartner immer offen, damit das NSA nicht jedes Mal auf die technischen Userdaten zurückgreifen muss. Ihr dürft die Jungs mit ihren super Trackingprogrammen wirklich nicht unterschätzen, aber noch viel mehr dürft ihr sie nicht überschätzen! Also zeigt Mitleid und helft ein wenig mit.

hans bach geht dabei selbstverständlich vorbildlich voran. Um Spekulationen um seine wahre Identität ein für alle Mal zu beenden, legt er hiermit seine Profildaten ausnahmslos offen:

 

Name: hans bach

Beruf: Spielmann

Alter: 458 Jahre

Geboren in: Andelsbuch

Vorlieben: Schräglagen, Gratwanderungen

Stärken: Improvisation, Ironie

Schwächen: Sturheit, Mitleid

Häufig verwendete Suchwörter (Google): Narrenkappen günstig; Spitzbartfrisör Vorarlberg; Halskrausen gebraucht

ITunes-Downloads: fast immer Bach

Amazon-Käufe: Narren des Zufalls (Taleb), sonst nix

Ebay-Käufe: Pferdekopfgeige gebraucht (€ 467), Mandoline neu (€ 380)

Bewegungsprofil: Landesbibliothek > Jöslar > hans bach Zuhause > Jöslar > Liss > Jöslar > Bankomat > Jöslar > hans bach Zuhause (bis nachmittag) > Kanisfluh > hans bach Zuhause Bibliothek > Bücherei > Jöslar etc.

Kontobewegungen: unbedeutend


Das wär´s dann. Für weitere Informationen steht hans bach gerne zu den hb-Bürozeiten (Sa 23:00 bis So 3:30 Uhr, Lokalität wechselnd) zur Verfügung.

 

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hb causerie 0713

Die Wälder müssen verrückt geworden sein. Zefixzefix! Weit hat es herunter geschneit, weit. Im legendären Jöslar, seit Wäldergedenken Umschlagplatz für Geschichten, Geschäfte und Gerüchte aller Art, sind neuerdings DJ´s, Barkeeper und noch dazu ein Narr mit seinem Kinoprojektor eingezogen! Ja sind die noch ganz (bzw. hans) bach? Man bedenke bitte die Bedeutung der Lokalität, den historischen Boden!

Eine Kurzzusammenfassung für Dummies: jahrzehntelang war der Andelsbucher Jöslar DER Wälder Marktplatz für News, Stories und Kommentare der pikanten Sorte. Im Jöslar wurde Tacheles geredet. Wer wissen wollte was Sache ist unter Kanisfluh und Niedere, der checkte schnell auf einen Newsflash (ein Achtele) beim Jöslar ein oder gab sich eine ausführliche Zeit im Bild (Viertel mit einem oder mehreren Folgevierteln). Dabei war der reale Hintergrund der jeweiligen Neuigkeit meistens genau das Zweitwichtigste. Vorneweg ging´s um die Story selbst. Spektakulär, amüsant und überraschend musste sie sein und am liebsten gewürzt mit markigen Sprüchen. Der Wirt war nur die Drehscheibe, die Erzählungen selbst wurden von den Gästen hereingetragen, die sich im Wettbewerb mit den Geschichten ihrer Tischgenossen behaupten mussten. Und so pfefferte so manch einer sein ödes Alltags-Reos mit mehr oder weniger gelungenen Erfindungen. Mit der Folge, dass Geschichten aus dem Jöslar immer etwas besonders Zweifelhaftes anhaftete. Doch irgendwann werden Lügen, wenn sie nur oft genug wiederholt werden, dann doch zur Wahrheit. Und der Jöslar wurde zur Institution. Nicht umsonst werden im Wald Menschen, die viel zu erzählen wissen und Fakt und Fiktion ganz gerne vertauschen, „Reserve-Jöslar“ genannt. Im Jöslar wurde nicht über die Realität gesprochen, sondern Realität erschaffen.

Und nun wurde diese gottgleiche Funktion, die Erfindung und Auslegung der Welt, die Herrschaft über Lüge und Wahrheit, über Wald und Wälderle, diesen Jasskartendesignern und Digitalhedonisten überlassen? Und das mitten im kommunikativen Herzen des Bregenzerwaldes? Die Welt steht Kopf, hans bach wird narrisch!! Cordoba, Mondlandung, ich bin ein Berliner! Die Bastille ist gefallen!

Im Ernst: es war höchste Zeit für ein Lokal wie den neuen Jöslar. Denn es verhält sich nun einmal mit fast allem so, dass die Zeiten nur überleben kann, was stirbt und neu geboren wird. Und so hat unser Lieblingswirt, ohne ihm zu viele Vorschusslorbeeren streuen zu wollen, dem alten Jöslar einen neuen Geist eingehaucht und nicht nur hans bach hat schon jetzt den Verdacht, dass das mehr als nur verdammt gut gelungen ist. Lasst uns also gespannt sein was da noch so alles passiert. Und dafür sorgen, dass etwas passiert.

Der Wald kommt an im neuen Jahrtausend, freut euch und frohlockt (liebe Ländlar, bitte grinst nicht zu früh, auch ihr werdet irgendwann so weit sein)!

 

P.S.: Auf der Schnepfauer Gerade ist wieder mit einem erhöhtem Aufkommen nächtlicher Wanderer zu rechnen. Bitte Vorsicht!

 

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> www.jöslar.at