Sonntag, 5. Februar 2017, 20:00 Uhr 
Jöslar Andelsbuch (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Glaube, Liebe, Hoffnung und ein unglaublich starker Javier Bardem in der Hauptrolle: Alejandro González Iñárritus (Babel) Ode an das Überleben in Barcelona - Golden-Globe-gekrönt und zweifach Oscar-nominiert

 

 

SPA / MEX 2010, 147 Min

Darsteller: Javier Bardem, Luo Jin, Maricel Álvarez, Hanaa Bouchaib

Regie: Alejandro González Iñárritu

FSK 16

 

"Barcelona ist die Königin von Europa“, meint Alejandro González Iñárritu. "Sie ist wahrhaftig schön, aber wie jede Königin hat sie auch eine weitere Seite, die viel interessanter ist als ihre offensichtliche und manchmal langweilige, bürgerliche Schönheit, die jeder Tourist und Postkartenfotograf verehrt.“ Hier, hinter der feurigen Kulisse aus Kitsch, Gaudí-Romantik und Rambla-Action, lebt Uxbal (Javier Bardem): Er ist, was man wohl eine "zwielichtige Existenz“ nennen würde, Uxbal ist ein Kleinkrimineller, er betrügt, hehlt, handelt mit Drogen ... was immer sich so anbietet. Sein Leben ist zwar spannend und aufregend, aber nicht besonders lustig: Was er macht, macht er vor allem, um seinen Kindern Ana (Hanaa Bouchaib) und Mateo (Eduard Fernández) eine halbwegs gute Existenz zu bieten. Er liebt die beiden über alles, von deren Mutter Maramba (Maricel Álvarez) lebt Uxbal schon seit längerem getrennt - ihre psychische Krankheit hat die Beziehung zerrüttet.
Uxbal ist es gewohnt, was auszuhalten, er ist hart im Nehmen, sein Leben ist vor allem ein täglicher Überlebenskampf. Aber die Schmerzen, die er seit Wochen im Unterbauch verspürt, sind irgendwann mal nicht mehr so leicht wegzustecken, auch nicht mit chemischer Hilfe. Der widerwillig konsultierte Arzt kontert mit einer niederschmetternden Diagnose: Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium. Uxbal wird nur noch wenige Monate, vielleicht nur Wochen zu leben haben. 
Wenn er nicht mehr ist, was soll dann aus Ana und Mateo werden? Seine letzte Zeit auf Erden wird Uxbal für deren Zukunft verwenden, für nichts anderes als das. Er versucht, neue Deals abzuschließen, sich vielleicht auch wieder Maramba anzunähern, und auch wenn nichts davon wirklich funktioniert, hält er an seiner Liebe fest - bis zum Ende ...

"Papa, wie schreibt man ,beautiful’?“ will Ana beim Hausübungmachen wissen. Und mit dem Brustton der Überzeugung antwortet Uxbal liebevoll: "B-I-U-T-I-F-U-L!“ Die Seele eines Mannes, in einem Wort: Offiziell auf dem falschen Weg, aber erfüllt vom Sinn dessen, was er tut. Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu (Amores perros, 21 Gramm, Babel) erzählt in seinem enorm kraftvollen, mehrfach preisgekrönten Film eine ebenso heftige wie poetische Geschichte, die trotz der Schwere der Thematik viel mehr verzaubert als runterzieht. Iñárritu: „Unsere Existenz, so kurzlebig wie das Aufblitzen eines Sterns, offenbart uns ihre unbeschreibliche Kürze erst, wenn wir dem Tod nahe sind. Wo gehen wir hin und in was verwandeln wir uns, wenn wir diese Welt verlassen? In die Erinnerung anderer.“

Text:  Kurt Zechner

 

 

hb causerie 1113

Es herrscht Verwirrung, Chaos, Anarchie. Ein fürchterliches Durcheinander! Was sollen wir nur mit diesen Unmengen an Daten anfangen? Diese Frage stellen sich nicht nur Normalsterbliche, die ihre liebe Not mit überbordendem Emailverkehr und Massen sinnloser Dateien haben, sondern noch viel mehr die armen Kollegen vom NSA und anderen sehr geheimen Diensten.

Denn, meine lieben Leser, euer Emailverkehr ist auch deren Emailverkehr!

Also nehmt doch bitte ein wenig Rücksicht auf eure anonymen Überwacher und haltet euch mit dämlichen Witzen und sinnlosen Kommentaren auf der digitalen Autobahn zurück, die armen Jungs vom NSA kommen einfach nicht mehr nach! Die machen doch auch nur ihren Job.

Folgende Fauxpaus bitte grundsätzlich meiden: Unklarheit im Ausdruck, Rechtschreibfehler, Wiederholungen und vor allem diesen unmöglichen bregenzerwälder Dialekt! Der ist nämlich schlimmer als jedes Verschlüsselungsprogramm. Wie soll ein kleiner Geheimdienstler in Wien, London oder Übersee dieses Kauderwelsch jemals verstehen?

Deshalb ist Disziplin gefragt. Der vorbildliche Überwachte schreibt reinstes Deutsch oder erstklassiges Englisch, kommuniziert klar und deutlich und macht keine Insiderwitze. Seine eigene Identität legt er genauso wie die seiner Konversationspartner immer offen, damit das NSA nicht jedes Mal auf die technischen Userdaten zurückgreifen muss. Ihr dürft die Jungs mit ihren super Trackingprogrammen wirklich nicht unterschätzen, aber noch viel mehr dürft ihr sie nicht überschätzen! Also zeigt Mitleid und helft ein wenig mit.

hans bach geht dabei selbstverständlich vorbildlich voran. Um Spekulationen um seine wahre Identität ein für alle Mal zu beenden, legt er hiermit seine Profildaten ausnahmslos offen:

 

Name: hans bach

Beruf: Spielmann

Alter: 458 Jahre

Geboren in: Andelsbuch

Vorlieben: Schräglagen, Gratwanderungen

Stärken: Improvisation, Ironie

Schwächen: Sturheit, Mitleid

Häufig verwendete Suchwörter (Google): Narrenkappen günstig; Spitzbartfrisör Vorarlberg; Halskrausen gebraucht

ITunes-Downloads: fast immer Bach

Amazon-Käufe: Narren des Zufalls (Taleb), sonst nix

Ebay-Käufe: Pferdekopfgeige gebraucht (€ 467), Mandoline neu (€ 380)

Bewegungsprofil: Landesbibliothek > Jöslar > hans bach Zuhause > Jöslar > Liss > Jöslar > Bankomat > Jöslar > hans bach Zuhause (bis nachmittag) > Kanisfluh > hans bach Zuhause Bibliothek > Bücherei > Jöslar etc.

Kontobewegungen: unbedeutend


Das wär´s dann. Für weitere Informationen steht hans bach gerne zu den hb-Bürozeiten (Sa 23:00 bis So 3:30 Uhr, Lokalität wechselnd) zur Verfügung.

 

> zum hb causerien archiv

 

hb causerie 0713

Die Wälder müssen verrückt geworden sein. Zefixzefix! Weit hat es herunter geschneit, weit. Im legendären Jöslar, seit Wäldergedenken Umschlagplatz für Geschichten, Geschäfte und Gerüchte aller Art, sind neuerdings DJ´s, Barkeeper und noch dazu ein Narr mit seinem Kinoprojektor eingezogen! Ja sind die noch ganz (bzw. hans) bach? Man bedenke bitte die Bedeutung der Lokalität, den historischen Boden!

Eine Kurzzusammenfassung für Dummies: jahrzehntelang war der Andelsbucher Jöslar DER Wälder Marktplatz für News, Stories und Kommentare der pikanten Sorte. Im Jöslar wurde Tacheles geredet. Wer wissen wollte was Sache ist unter Kanisfluh und Niedere, der checkte schnell auf einen Newsflash (ein Achtele) beim Jöslar ein oder gab sich eine ausführliche Zeit im Bild (Viertel mit einem oder mehreren Folgevierteln). Dabei war der reale Hintergrund der jeweiligen Neuigkeit meistens genau das Zweitwichtigste. Vorneweg ging´s um die Story selbst. Spektakulär, amüsant und überraschend musste sie sein und am liebsten gewürzt mit markigen Sprüchen. Der Wirt war nur die Drehscheibe, die Erzählungen selbst wurden von den Gästen hereingetragen, die sich im Wettbewerb mit den Geschichten ihrer Tischgenossen behaupten mussten. Und so pfefferte so manch einer sein ödes Alltags-Reos mit mehr oder weniger gelungenen Erfindungen. Mit der Folge, dass Geschichten aus dem Jöslar immer etwas besonders Zweifelhaftes anhaftete. Doch irgendwann werden Lügen, wenn sie nur oft genug wiederholt werden, dann doch zur Wahrheit. Und der Jöslar wurde zur Institution. Nicht umsonst werden im Wald Menschen, die viel zu erzählen wissen und Fakt und Fiktion ganz gerne vertauschen, „Reserve-Jöslar“ genannt. Im Jöslar wurde nicht über die Realität gesprochen, sondern Realität erschaffen.

Und nun wurde diese gottgleiche Funktion, die Erfindung und Auslegung der Welt, die Herrschaft über Lüge und Wahrheit, über Wald und Wälderle, diesen Jasskartendesignern und Digitalhedonisten überlassen? Und das mitten im kommunikativen Herzen des Bregenzerwaldes? Die Welt steht Kopf, hans bach wird narrisch!! Cordoba, Mondlandung, ich bin ein Berliner! Die Bastille ist gefallen!

Im Ernst: es war höchste Zeit für ein Lokal wie den neuen Jöslar. Denn es verhält sich nun einmal mit fast allem so, dass die Zeiten nur überleben kann, was stirbt und neu geboren wird. Und so hat unser Lieblingswirt, ohne ihm zu viele Vorschusslorbeeren streuen zu wollen, dem alten Jöslar einen neuen Geist eingehaucht und nicht nur hans bach hat schon jetzt den Verdacht, dass das mehr als nur verdammt gut gelungen ist. Lasst uns also gespannt sein was da noch so alles passiert. Und dafür sorgen, dass etwas passiert.

Der Wald kommt an im neuen Jahrtausend, freut euch und frohlockt (liebe Ländlar, bitte grinst nicht zu früh, auch ihr werdet irgendwann so weit sein)!

 

P.S.: Auf der Schnepfauer Gerade ist wieder mit einem erhöhtem Aufkommen nächtlicher Wanderer zu rechnen. Bitte Vorsicht!

 

> zum hb causerien archiv

> www.jöslar.at