Filmarchiv hans bach Lichtspiele

Sein oder nicht sein

Sein oder nicht sein


29.Oktober 2006, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Ernst Lubitsch
Kamera: Rudolph MatéSchnitt: Dorothy SpencerMit: Carole Lombard, Jack Benny, Robert Stack, Felix Bressart

 

Siletzky, Professor Alexander Siletzky, Gestapo-Spitzel ist tot. Kein Zweifel. Die Leiche wurde in einen Sessel gelegt, und vor dem steht nun – Siletzky, Professor Alexander Siletzky (Stanley Ridges), Gestapo-Spitzel. Sehr lebendig. Nur: er ist der falsche Siletzky, in die Falle gelockt von Konzentrationslager-Erhardt (Sig Ruman), den er, der falsche Siletzky, überzeugen muss, der richtige Siletzky zu sein, will er nicht bald ebenso leblos daliegen wie der richtige Siletzky.

Ernst Lubitsch hat »In sein oder nicht sein« Polens Schicksal »in die Hand von Schmierenkomödianten gelegt«. Das erscheint Theaterprinzipal Dobosh (Charles Halton) mehr als gewagt. Eben noch hatte seine Truppe den Hamlet gegeben, die Premiere von »Gestapo« angekündigt, sie auf dringenden Wunsch der Zensur wieder abgesetzt – da hatten die Deutschen Polen überfallen und Warschau besetzt. Und nun? Werden seine arbeitslosen Schauspieler zu Widerstandskämpfern, die alles wagen, um den polnischen Untergrund vor Verrat zu schützen. Die sogar Hitler dazu bringen, Polen im Flugzeug zu verlassen und daraus über Schottland abzuspringen. Oder war es doch der zu Doboshs Theater-Kompanie gehörend Bronski (Tom Dugan), der in einem Heuschober auf britischem Boden landet?

 

»Sein oder nicht sein« (»To be or not to be«) von 1942 ist eine der brillantesten Komödien Ernst Lubitschs und zugleich eine, der zunächst einiges Unverständnis entgegengebracht wurde. Deutschland hatte sich gerade Polen einverleibt, Gestapo und SS malträtierten die Menschen. Er habe, schrieb er im Rückblick ironisch, mit »Sein oder nicht sein« drei Todsünden begangen: die Filmgenres missachtet, mit Warschau als Ort der Handlung schlechten Geschmack bewiesen und sogar amerikanische Kriegsziele gefährdet, weil er die Nazigefahr verharmlost habe.

 

Dämlich und gefährlich

 

Amerika hat den Krieg gegen Deutschland trotzdem gewonnen – und »Sein oder nicht sein« als Film gegen die Zeiten unbeschadet überstanden. Noch heute wirkt der geistreiche Witz, mit dem Lubitsch die grenzenlose Dämlichkeit wie die unberechenbare Gefährlichkeit Erhardts und seines Adjutanten bloßstellt: Sie, nicht die Theaterleute, sind die eigentlichen Schmierenkomödianten.

Obwohl: Joseph Tura (Jack Benny) ist tatsächlich ein elender Hamlet, dessen Eitelkeit grenzenlos ist, und Maria Tura (Carole Lombard) eine Schauspielerin, die man zwar nie auf der Bühne sieht, dafür auf Zeitungs- und Albumbildern. Lubitsch lässt sie mit feiner Ironie zu großen Darstellern ausgerechnet dort heranreifen, wo sie als solche auf keinen Fall wahrgenommen werden dürfen: im unmittelbaren Kontakt mit den Nazis.

Für die Bühne bringt das nichts. Als Tura, nach England geflüchtet, in der Heimat Shakespeares anhebt, den Hamlet-Monologs zu rezitieren, springt nach dem ersten Vers ein junger Luftwaffenoffizier auf und eilt dorthin, wo er schon in Warschau während des Hamlet-Monologs sich aufzuhalten pflegte: in Maria Turas Garderobe. Er kann sicher sein, auf der Bühne nichts zu verpassen.

 

http://www.imdb.com/title/tt0035446/
Verleiher: Jupiter-Film

 

 

Der Cuba Coup - Hacerse el sueco

Der Cuba Coup - Hacerse el sueco


29.Oktober 2006, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Hacerse el sueco, “den Schweden spielen”, das heißt in kubanischer Umgangssprache auch: sich ahnungslos stellen, das Unschuldslamm mimen. Dies gelingt dem deutschen Ganoven Björn (Peter Lohmeyer) in jeglicher Hinsicht. Als harmloser schwedischer Literaturprofessor getarnt sucht er Unterschlupf vor der europäischen Polizei in der Touristenmetropole Havanna. Ausgerechnet in einem Polizistenhaushalt, bei dem pensionierten Amancio (Enrique Molina) und seiner Frau Concha (Coralia Veloz), findet der Gangster eine Adoptivfamilie. Mehr noch: er verliebt sich in Amancios Tochter Alicia (Ketty de la Iglesia). Was ihn nicht davon abhält, seinen kriminellen Machenschaften weiter nachzugehen. Darunter haben besonders die einheimischen Straßengangster zu leiden: Der Ausländer nimmt ihnen die Arbeit weg. Da die Polizei versagt, macht sich Havannas Unterwelt unter der Leitung Rigobertos (Mijail Mulkay) selbst auf die Jagd nach dem Konkurrenten...

 

http://www.imdb.com/title/tt0276176/
Filmverleih: Polyfilm

 

   

Before night falls

Before night falls


5.November 2006, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Julian Schnabel
Kamera: Xavier Pérez Grobet, Guillermo Rosas
Schnitt: Michael Berenbaum
Mit: Javier Bardem, Olivier Martinez, Andrea di Stefano, Johnny Depp, Sean Penn, Michael Wincott

 

Before Night Falls ist der Film eines Malers. In schillernden Farben bringt Schnabel die Lebensgeschichte von Reinaldo Arenas (1943–1990) auf die Leinwand: des kubanischen Schriftstellers, dessen Werke nach der Revolution wegen seiner Homosexualität verboten, der eingesperrt und schließlich ins Exil in die Vereinigten Staaten getrieben wurde.

Episodisch, bildmächtig, ein zorniges Plädoyer für ein Künstlerleben ohne Kompromisse.

(Michael Omasta)

 

http://www.imdb.de/title/tt0247196/

Verleih: Stadtkino Wien

 

 

 

   

Kubanisch reisen

Kubanisch reisen


12.November 2006, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Juan Carlo Tabío
Drehbuch: Juan Carlo Tabío, Arturo Arango
Mit: Vladimir Cruz, Thaimi Alvarino, Jorge Perugorría

 

An der Busstation eines kleinen Städtchens warten mehrere Menschen auf eine Fahrgelegenheit. Doch als nach Stunden langen Wartens endlich ein Bus kommt, ist nur ein Platz frei - der im losbrechenden Tumult ungenutzt bleibt.

Vor dem Hintergrund des Alltags auf Kuba macht sich Juan Carlos Tabío sanft, aber bestimmt über die Verhaltensweisen der Menschen lustig, ohne dabei moralisch zu verurteilen. Im Vordergrund steht immer die fröhliche Lebensnatur der Kubaner: Durch die bunt zusammen gewürfelte Schar von Billet-Erkämpfern, die sich bald zur Großfamilie entwickelt, gewährt der Film Einblick in die intimsten Momente des menschlichen Glücks und Fluchten vor der Realität.

 

http://www.imdb.de/title/tt0222150/
Filmverleih: FILMLADEN

   

Ein echter Wiener geht nicht unter

Ein echter Wiener geht nicht unter


7.Januar 2007, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

REGIE: Reinhard Schwabenitzky
KAMERA: Helmut Fibich
DARSTELLER: Karl Merkatz, Ingrid Burkhard, Klaus Rott

 

Im Mittelpunkt das polternde Original Edmund "Mundl" Sackbauer, der das Chaos des Lebens in einem überschaubaren Ausmass bei sich zu Hause er- und überlebt, rund um ihn eine treue Familie: sein Frau Toni, die wenig sagt aber in entscheidenden Momenten doch das letzte Wort hat; sein Sohn Karli, der sehr nach dem Vater gerät und mit Irmi eine Tochter aus "besseren Kreisen" heiratet, was den Nachteil von Schwiegereltern mit sich bringt - das sind die Werners, die sich an den rauhen Alltagston der Sackbauers nur ungern gewöhnen. "Mundl"-Tochter Hanni wiederum bringt ausgerechnet einen bebrillten Intellektuellen mit nach Hause und auch sonst gibt es jede Menge unerwarteter Entwicklungen.

Die zwei Kult-Folgen "STILLE NACHT" und "JAHRESWECHSEL" wurden von Reinhard Schwabenitzky zu einem Kinofilm montiert.

 

http://www.imdb.com/title/tt0110594/

VERLEIH: EINHORNFILM

 

   

Lichter der Vorstadt - Laitakaupungin valot

Lichter der Vorstadt - Laitakaupungin valot


28.Januar 2007, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Aki Kaurismäki
Kamera: Timo SalminenSchnitt: Aki Kaurismäki
Darsteller: Janne Hyytiäinen, Maria Heiskanen, Maria Järvenhelmi, Ilkka Koivula

 

Der einsame Nachtwächter Koistinen begegnet einer geheimnisvollen Schönheit, die, wie aus einem Film Noir entstiegen, in die Welt des Eigenbrötlers eintaucht. Ermüdet von seinen langen, nächtlichen Rundgängen ist diese Frau für ihn wie ein Licht, eine glückliche Fügung in seinem trüben Dasein; aber er ahnt nicht, daß hinter ihrer Freundlichkeit und Zuwendung Kalkül und böse Absicht stecken. Kaurismäkis letzte Arbeiten sind wie ein einziger langer Film, über die Unbehausten, die Einsamen und Lakonischen, denen bei allem Misslingen durch einen seltsamen Zufall am Ende doch ein Glück aufscheint. Die kleine Utopie. Lichter im Dunklen.

 

http://www.imdb.de/title/tt0458242/

Verleih: Stadtkino

 

   

Slumming

Slumming


11.Februar 2007, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie und Drehbuch: Michael Glawogger
Kamera: Martin Gschlacht
Schnitt: Christof Schertenleib
Mit: Paulus Manker, August Diehl, Pia Hierzegger, Michael Ostrowski, Maria Bill

 

Es ist Sebastians Lieblingsbeschäftigung, in den heruntergekommenen Bars von Wien herumzuhängen und dort schrullige Typen zu finden, mit denen er seine Spielchen treiben kann. Seine neueste Romanze mit Pia gerät allerdings in Gefahr, als sie seine jüngste Gemeinheit entdeckt: Sebastian hat mit seinem Mitbewohner Alex einen betrunkenen Obdachlosen schlafend nach Tschechien gebracht und dort ohne Papiere zurückgelassen. Pia beschließt, den völlig fertigen Dichter Kallmann zu retten.

Um so einen Film zu machen, muss man entweder verrückt oder ein Österreicher sein. . . . "SLUMMING ist eine wunderbar schwarze Komödie. Bemerkenswert: die schauspielerische Leistung von August Diehl als Sebastian." (Die Zeit)

"SLUMMING ist eine Ballade über einsame Gestalten, die fast apokalyptisch düster mit dem fluchenden Kallmann anfängt und dann immer heiterer wird, ohne auf ein Happy-End oder eine Katastrophe zuzusteuern. Man erfährt nicht, warum sie alle so sind, aber man lernt sie mitsamt ihrer Geheimnisse schätzen. Und man reist ganz gern mit ihnen eine Weile scheinbar ziellos umher." (Berliner Morgenpost)

 

 

http://www.imdb.com/title/tt0499157/
VERLEIH: FILMLADEN

 

   

Stranger than paradise

Stranger than paradise


4.März 2007, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Jim Jarmusch
Kamera: Tom DiCilloSchnitt: Jim Jarmusch, Melody London
Darsteller: John Lurie, Eszter Balint, Richard Edson, Cecillia Stark, Danny Rosen, Sara Driver

 

Eine Low-Budget-Produktion, begonnen 1982 als in drei Tagen abgefilmter 30-Minüter. Gedreht auf grobkörnigem Schwarz-Weiß-Material: eine Referenz an das osteuropäische Kino der 60er. Die Story: die New Yorker Nichtstuer Willy und Eddie werden durch den Besuch von Willies ungarischer Teen-Cousine, samt deren tragbarem Kassettenrekorder aufgestört: „There‘s a sack hangin‘ in your head/ With your brains in it...“ (Screamin‘ Jay Hawkins) [mm]

 

http://www.imdb.com/title/tt0088184/

Verleih: Stadtkino Wien

 

   

Thank you for smoking

Thank you for smoking


15.April 2007, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Jason Reitman
Mit: Aaron Eckhart, Maria Bello, Robert Duvall, Katie Holmes

 

Nick Naylor (Aaron Eckhart) ist in seinem Beruf praktisch unschlagbar. Er arbeitet als Lobbyist für die Tabakindustrie. Sein Gewissen musste er bei der Einstellung zwar am Firmentor abgeben, aber damit hat der smarte, aalglatte PR-Manager keinerlei Probleme. Mit der Kunst, seinen Gegnern die Worte im Mund zu verdrehen und sie schlecht dastehen zu lassen, treibt er Politiker und Gesundheitsapostel in den Wahnsinn. Gern macht er sich mit seinen Lobbyisten-Kollegen Polly Bailey (Maria Bello) und Bobby Jay Bliss (David Koechner) über die „Opfer“ lustig. Sein neuester Auftrag ist jedoch eine harte Nuss. Naylor muss den liberalen Senator Finistirre (William H. Macy) stoppen, der ein Gesetz erlassen will, dass jede Zigarettenschachtel ein Totenkopfsymbol zieren muss. Komplikationen gibt es, als sich der in Scheidung lebende Naylor auf eine zwanglose Affäre mit der Nachwuchsjournalistin Heather Holloway (Katie Holmes) einlässt, die ihn aufs Kreuz legt. An einer weiteren emotionalen Front kämpft der Mann ohne Gewissen um seinen Sohn Joey (Cameron Bright), dem er ein besserer Vater als bisher sein möchte...

 

http://www.imdb.com/title/tt0427944/
VerleiH: Twentieth Century Fox Germany

 

   

Vodka Lemon

Vodka Lemon


15.April 2007, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Hiner SaleemKamera: Christophe Pollock
Schnitt: Dora Mantzoros
Mit: Romen Avinian, Lala Sarkissian, Ivan Franek, Ruzan Mesropyan

 

Ein kleines, überwiegend von Kurden bewohntes armenisches Dorf im Kaukasus. Hier ist jeder damit beschäftigt, während des harten Winters irgendwie über die Runden zu kommen. So auch Hamo, ein rüstiger 60jähriger Witwer. Mit einer Pension von 6 Dollar im Monat kann er nicht überleben, und so verkauft er nach und nach auf dem Flohmarkt in der nächsten Stadt die ganze Habe: einen Hochzeitsschrank, den alten Fernseher, die Militäruniform.

Von seinen Söhnen kann Hamo keine Hilfe erwarten. Der eine lebt in Frankreich, schickt ab und zu einen Brief, aber kein Geld; der andere lässt sich täglich mit Wodka Lemon vollaufen. Hamos Enkelin wiederum hat einen Bräutigam, der bei der Hochzeitsfeier mit vorgehaltener Pistole zur Erfüllung seiner Eheversprechen genötigt werden muss.

Trotz allem verliert Hamo seinen Optimismus nicht. Jeden Tag besucht er das Grab seiner Frau auf dem Friedhof und erzählt ihr, was es so alles Neues gegeben hat. Und hier begegnet er der schönen Witwe Nina, die ebenso arm ist wie er selbst und die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Der örtliche Busfahrer, der lauthals französische Liebeslieder zu singen versteht, wird sein Verbündeter.

Eine wunderbar skurrile Tragikomödie voll lakonischem Witz und Zärtlichkeit. Mit unverwüstlicher Energie und Lebensfreude stemmen sich Hamo und Nina, die man beide als Zuschauer sofort ins Herz schließt, gegen alle Widrigkeiten ihrer Existenz. Regisseur Hiner Saleem stammt aus dem kurdischen Irak und hat einen Blick für die karge Schönheit der schneeverwehten Berglandschaft des Kaukasus. Am Schluß gönnt er den beiden Liebenden ein poetisch-surreales Happyend und bringt ein Klavier zum Tanzen.

 

http://www.imdb.com/title/tt0379577/

VERLEIH: FILMLADEN

 

   

Wanted

Wanted


6.Mai 2007, 20:30 Uhr

CafeBarKino Tritsch, Egg (Lichtspiele); Eintritt: 6,0 €

 

Regie: Harald Sicheritz
Kamera: Helmut Pirnat
Schnitt: Ingrid Koller
Darsteller: Alfred Dorfer, Michael Niavarani, Eva Billisch, Franz Buchrieser, Roland Düringer, Silvia Fenz, Karl Markovics, Simon Schwarz, Karl Ferdinand Kratzl, Elke Winkens, Bibiana Zeller, Erwin Steinhauer, John Phillip Law

 

Der Unfallchirurg Thomas Reiter (Alfred Dorfer) zieht sich freiwillig in eine geschlossene Anstalt zurück, weil er sich dem Alltag nicht mehr stellen will. Probleme löst er in seiner Vorstellung - einer Western-Phantasie. Ein Pfarrer (Michael Niavarani) wird von seinen besorgten Eltern beauftragt, ihren Sohn in die Wirklichkeit zurückzuholen. Als Thomas ihn auffordert, ihm in seine Welt des Westerns zu folgen, erkennt der Pfarrer, daß diese Realitätsflucht nicht frei von Faszination ist . . .

 

Eine humoristische Betrachtung von Wirklichkeit und Vorstellung, ein Film über die Auflösung von Grenzen. "Da hat also jemand Schwierigkeiten mit seinem Leben und flüchtet sich in eine einfache Welt. Natürlich könnte ich als Drehbuchautor in so einem Fall auch sagen, er flüchtet sich in Videospiele - aber das war mir alles zu banal, das lag zu sehr auf der Hand. Der Western steht ja auch für etwas, er steht für Vereinfachung. Es gibt Gut und es gibt Böse, also ziemlich klare Richtlinien. Für mich war das der klarste Sprung für einen, dem die Realität zu komplex ist. Zusätzlich war es natürlich ein enormer Anreiz, gerade in einem Land, wo es keine Infrastruktur für einen Western gibt, ernsthaft zu versuchen, einen zu machen. Dennoch: WANTED ist auf jeden Fall kein Western. Das ist ganz wichtig. Der Western ist nur ein kleiner Teil des Films, ein Viertel vielleicht, wo eine bestimmte Wunschvorstellung bedient wird. Alles andere ist ganz real. Für mich ist es eine Komödie, aber ich kann auch über Dinge lachen, die andere gar nicht lustig finden. Sagen wir so: Wenn 'Indien' eine Komödie war, dann ist WANTED auch eine." (Alfred Dorfer)

 

VERLEIH: FILMLADEN

 

   

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